Massenbesäufniss

Montag, 24 April 2006

…und wieder mal ein Bericht über mein lieblings Internetphänomen:

In der Spargelstadt besteht große Besorgnis, dass mit einem übers Internet verbreiteten Aufruf zu einem Massenbesäufnis am 28. April der Ruf als Kulturstadt der Region beschädigt werden könnte. Bei einer Pressekonferenz gestern im Rathaus betonte Oberbürgermeister Bernd Kappenstein, dass „Schwetzingen seine Gäste sehr schätze, Menschen, die hierher kommen, um sich bis zur Besinnungslosigkeit zu besaufen aber unerwünscht seien“. Dementsprechend reagierte die Stadt als Ortspolizeibehörde mit einer Verfügung, die einem Versammlungsverbot auf allen wichtigen Plätzen und Straßen gleichkommt.

Mitte März waren Polizei und Stadtverwaltung auf zwei Internetseiten aufmerksam gemacht worden, die zu einem „Massenbesäufnis wie in Spanien“ an besagtem Freitag in Schwetzingen aufforderten. Durch mühselige Ermittlungsarbeit habe man den Online-Dienst, der seinen Server auf einer Südsee-Insel geparkt hat, aufgespürt und dort erreicht, dass die Seiten freiwillig aus dem Netz genommen wurden. Inzwischen hatte sich die Nachricht aber bereits wie ein Virus über verschiedene Gästebücher, unter anderem das der Spaßpartei APPD, verbreitet und ist aktuell in über 40 Einträgen zu finden.

Wer Urheber der ganzen Geschichte ist, konnte bisher nicht ermittelt werden. Aber die Polizei geht davon aus, dass es keine radikale Organisation ist, sondern eher ein aus dem Ruder gelaufener „Dumme-Jungen-Streich aus der Region“, so Revierleiter Hubert Böllinger. Auch Kripo-Leiter Heinz-Günther Fischer sieht derzeit in einschlägigen Kreisen keine Bewegung, sich an diesem Abend in Schwetzingen zu treffen.

„Wir wollen die Sache besonnen angehen und sind relativ sicher, dass an diesem Abend in Schwetzingen gar nichts passiert. Ich setze auch darauf, dass Eltern und Lehrer den jungen Leuten klarmachen, wie sinnlos eine solche Aktion ist und wie sehr sie einer Stadt wie Schwetzingen schade“, so OB Kappenstein. Auch der Jugendgemeinderat soll hier aktiv werden.

Stadtverwaltung und Polizei zeigen sich vorbereitet. Die jetzt erlassene Verfügung ermöglicht den Ordnungskräften verstärkte Kontrollen und Maßnahmen bis hin zur Gewahrsamnahme. Komme es zu Sachbeschädigungen, so werde man auf die Verursacher zugreifen und Schadensersatzklagen einleiten. Mit den Wirten am Schlossplatz wurde eine Vereinbarung getroffen, dass auf den Terrassen ab 13 Uhr kein Alkohol ausgeschenkt wird. Die Premiere der Festspiele an diesem Abend sieht niemand in Gefahr.

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